Weißrussland - Polozk

Polozk Sophienkathedrale

Polozk. Die altertümliche Hauptstadt Weißrusslands


Polozk ist heute kokurrenzlos als Wiege der weißrussischen Kultur und Staatlichkeit anerkannt. Gerade hier, an der Mündung eines kleineren Flusses Polota in die wasserreiche Zapodnaja Dwina (die Düna) erschien das erste Zentrum des weißrussischen Staates – das Fürstentum Polozk. Nach geschichtlichen Angaben geschah das im Jahre 862.

Was nicht alles passierte im Laufe von zwölfhundertjähriger Geschichte von Polozk! Der Kiewer Fürst Wladimir der Heilige brannte die Stadt nieder und heiratete gewaltsam die Fürstin Ragneda. Der Polozker Fürst Wseslaw Tscharodej (der Zauberer) führte erfolgreich Krieg gegen die mächtige Kiewer Rus, so daß man ihn tatsächlich für den Zauberer hielt, der sich in einen Wolf zu verwandeln fähig war. Die Fürstin Predslawa wurde im Alter von vierzehn Jahren zur Nonne. Sie wurde unter dem Namen Euphrosyne von Plolozk berühmt und gab den Anstoß der Aufklärung des Volkes, wofür sie heilig gesprochen wurde. Die Polozker Spaso-Efrosinjewskaja Kirche gilt als Perle der mittelalterlichen Architektur. In dieser Kirche sind die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Fresken erhalten geblieben. In Polozk, in der Familie eines Kaufmannes, wurde Francysk Skaryna geboren, Doktor vieler Wissenschaften, typisch europäischer vielseiteg gebildeter Mensch, der dem weißrussischen Volk das gedruckte Wort schenkte.

Polozk wurde von den Eroberern nicht gern unterworfen. Bis heute bleibt der Verteidigungswall erhalten, der während der Feldzüge des russischen Zaren Iwan des Schrecklichen nach Westen errichtet wurde. Der Wall wird heute von den Bewohnern der Stadt nach dem Namen dieses Zaren genannt. Im Runde des Walls befindet sich derzeit das städtische Stadion.

Während des Schwedischen Krieges hielt Peter der Große in Polozk an, der im Keller von Sofijskij Sobor (die Sophienkathedrale) das Schießpulver aufbewahren ließ. Kurz danach ging der Keller angeblich zufällig in die Luft. Der russische Zar kann auf solche Weise den Einwohnern von Polozk darauf hingewiesen haben, daß sie sich nicht zu viel einbildeten.

Eine der städtischer Brücken über die Polota heißt die Rote Brücke. Es handelt sich darum, daß hier eine grausame Schlacht während Napoleons Zug gegen Moskau stattgefunden hat, so daß die holzerne Brücke vollkommen von Blut der Krieger übergossen war. Seit jener Zeit wird die Brücke bei Reparaturen oder Umbauen immer rot gestrichen.

Ein erstaunliches Ereignis erschütterte die Stadt am Morgen der Umdestaltung: aus Deutschland begannen Wohltätigkeitspakete in riesengroßen Mengen anzukommen. Allen Einwohnern ohne Ausnahmen wurden Mangelwaren wie Öl, Schokolade und andere Lebensmittel ausgehändigt. Es waren schwere Zeiten, im Land bestand ein Manko an Allem,und die Hilfe kam sehr gelegen. Diese Hilfe wurde von einem deutschen Bürger geleistet, dem ehemaligem Flieger der Luftwaffe, der über Polozk abgeschossen und von einer Bewohnerin gerettet worden war. Er hat diese Wohltat nicht vergessen!

Zur Zeit gehört fast das ganze Territorium des geschichtlichen Teils der Stadt zum Nationalen unter Denkmalschutz stehenden Objekt. Das St.-Euphrosyne-Kloster wird wiederaufgebaut. Berühmte Landmänner sind in Denkmälern aus Bronze und Stein verkörpert. Es gibt hier sich was anzusehen und anzuhören: die Stimme der Geschichte, mit der alte Steine mit unseren Zeitgenossen sprechen.


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