Menschen aus Minsk - Sergej Makarenko

Sergej Makarenko

Der erste olympische Meister


Im Jahre 1960 haben Sergej Makarenko und Leonig Gejschtor in der italienischen Hauptstadt Rom den Wettkampf im 1000-Meter-Kanufahren gewonnen.

Sergej Lawrentjewitsch, warum haben Sie sich für das Kanu entschieden?

Als Kind las ich Bücher über Indianer, die Kanu fuhren. Einmal im Fluss sah ich echte Boote, deshalb wollte ich es probieren. Mit jedem Jahr machte ich es immer besser. Deswegen wurde ich in die Auswahlmannschaft der Republik eingeladen.

Wann haben Sie Ihren Kanumitfahrer Leonid Gejschtor kennen gelernt?

Wir haben zusammen trainiert. Kurz vor den Olympischen Spielen 1960 wurde beschlossen, dass wir in einem Boot rudern sollten. Bald danach haben wir einen recht deutlichen Sieg im Ruderkanal in Moskau errungen.

Ihr unerwarteter Erfolg war wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Wir mussten gegen sehr erfahrene und namhafte Kanufahrer kämpfen. Es sind z. B. Botew und Harin aus Leningrad zu erwähnen, die in den Olympischen Spielen in Melbourne die 10 000-Meter-Strecke gewonnen haben. Jakunin und Ostschepkow aus Wladiwostok haben auch glänzende Siege erreicht. In dieser Situation ist es das Wichtigste, sich von den Leistungen der Gegner nicht beeindrucken zu lassen, in der Strecke ohne Nervosität und Fehler zu rudern. Es gelang uns. Vom Start bis zum Finish fuhren wir gleichmäßig und sicher.

War es offensichtlich schwer, sich für die Olympiade zu qualifizieren?

Zu schwach gesagt. Unsere Trainer wechselten ständig die Zusammensetzungen der Kanus. Sie versuchten, das beste Duo zu finden, das Belarussen besiegen konnte. Aber wir gewannen alle inländischen und internationalen Wettkämpfe.

Aber trotzdem konnten die Olympischen Spiele in Rom ohne Sie stattfinden...

Wir waren junge Ruderer, dachten deshalb nicht daran, dass wir für welches kritisches Wort büßen konnten. Irgendwann habe ich was gesagt, irgendwann Gejschtor...Und Leute aus dem Komitee (=KGB (Komitee für Staatssicherheit)) stellten unsere Worte in für uns ungünstigem Licht vor. Im Endergebnis flog die ganze Auswahlmannschaft nach Rom, und wir blieben in Moskau in Erwartung der Entscheidung unserer Machthaber. Zum Glück fiel diese positiv aus, uns wurde die Abfahrt zur Olympiade zugelassen.

Und welcher Belarusse hat als erster die Goldmedaille gewonnen?

Ich und Gejschtor. Es liegt daran, dass wir nach dem olympischen Stundenplan als erste starten sollten. Obwohl wir mit Emotionen überfüllt waren, hielten wir für andere unsere Sportler den Daumen. Wir machten sich starke Sorgen um Oleg Karawaew. Wir hatten mit ihm vor der Olympiade angefreundet. Es war einfach super, was er im Ringenteppich in Rom demonstrierte! Die Fans im Saal klatschten ihm stehend Beifall. Karawaew war ein regelrechter Meister seiner Sache.

Wie gestaltete sich Ihre Sportkarriere nach dem Sieg in Rom?

Wir sind beim Erreichten nicht stehengeblieben. Wir belegten Preisplätze in Welt- und Europameisterschaften, bei weiteren internationalen Wettkämpfen. Ich machte mit Sport 1969 Schluss. Ich kam zum Trainingslager, um mich für neue Wettbewerbe vorzubereiten, aber der Cheftrainer der UdSSR-Auswahl Aleksandr Silaew, der sich in Rom die Silbermedaille geholt hatte, sagte plötzlich: „Es wäre alles. Du hat genug gerudert. Ich brauche dich als Trainer. Ruder in die Ecke und übernehme eine Gruppe...”. Auch jetzt hängt meine Tätigkeit mit Sport zusammen. Ich befasse mich mit der Produktion von Booten.


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