Menschen aus Minsk - Wassil Sjomucha

Wassil Sjomucha

Belarussen haben ihre Bibel


Nun haben Belarussen ihre Bibel: Die vollständige Übersetzung der Heiligen Schrift wurde ins moderne Belarussische von dem bekannten Übersetzer Wassil Sjomucha ausgeführt und wurde mit finanzieller Unterstützung von normalen belarussischen Staatsbürgern und Belarussen, die in den USA und Kanada wohnen, herausgegeben.

Wassil Sjomucha begann bereits im Jahre 1988 an dieser Übersetzung zu arbeiten. Dann wurde auf Anregung des Exarchen Filaret eine Bibelkommision zusammengerufen, an deren Arbeit auch Sjomucha mitmachte. Aber später tritt er aus der Kommision aus und setzte seine Arbeit selbständig fort.

Die Übersetzung wurde aus dem Kirchenslawischen ausgeführt. Wie Sjomucha selbst jedoch sagt, habe er ständig andere Übersetzungen und Kommentare, kritische Literatur und theologische Werke genutzt. Es gab eine Menge von Übersetzungen: synodale Übersetzung ins Russische, Übersetzungen ins Ukrainische, Polnische, Deutsche, Bulgarische und Tschechische. Die einzige nicht kirchliche Übersetzung, die Wassil Sergeewitsch genutzt hat, war die Übersetzung von Franzisk Skorina. Sjomucha erzählt: “Skorina war ein Weltmann und hat die Übersetzung gemacht, die von keiner Kirche bisher anerkannt wurde. Ich bedauere es tief und die Kirchen sollten sich dafür schämen. Aber vor allem interessierte ich mich dafür, wie ein gewisser Satz von orthodoxer und katholischer Kirchen gedeutet wird. Ich konnte auch zu protestantischen Übersetzungen greifen. Mir kam die Übersetzung von Martin Luther sehr zugute. Obwohl diese im XVI. Jahrhundert gemacht wurde, schien mir sie mehr überzeugend und verständlich, als die russische synodale Übersetzung.“

Die Bibel im Belarussischen wurde unter der Redaktion von Jurka Rapetski (Kanada) herausgegeben. Dabei konnte diese Ausgabe viel früher erscheinen, denn die Bibelkommission der Russischen Orthodoxen Kirche in Amerika erklärte sich bereit, die Herausgabe dieser Bibel in vollem Maße zu finanzieren. Aber Alesja, Tochter von Wassil Sergeewitsch, die formalrechtlich Urheberrechte auf diese Übersetzung besitzt, lehnte dieses Angebot nur aus dem Grund ab, damit die erste Übersetzung ins Belarussische zunächst gerade in Weißrussland erschien. Sjomucha selbst freute sich sehr über diesen Beschluss der Tochter. Im weiteren beschäftigten sich schon seine Kinder, Alesja und Sergej, damit, nach Geld für die Herausgabe der Bibel zu suchen. Wassil Sergeewitsch konstatiert:”Ich muss leider betonen, dass weder Staat noch öffentliche, zivile oder kirchliche Anstalten nicht geholfen haben. Die Unterstützung erfolgte von Belarussen, die in Amerika und Kanada leben, sowie von mehreren belarussischen Unternehmern.“

Die Bibel wurde mit Segen des amerikanischen Metropoliten der Belarussischen Autokephalen Orthodoxen Kirche in den USA und Kanada Nikolaj herausgegeben.


Sprachen

Englische Version
Russische Version

Werbung


- comercial -


Nützliche Links