Minsk - Zwei Museum

Das Haus Wankowitschs in Minsk

Zwei hölzerne kleine Häuser


Im Zentrum von Minsk liegen auf gegenüberliegenden Ufern des Flusses Swislotsch zwei fast gleiche hölzerne Häuser. Die beiden wurden im 19. Jahrhundert gebaut. Die beiden haben nun großen geschichtlichen Wert. Es sind das Hausmuseum des Malers Walentin Wankowitsch und das Hausmuseum des ersten Kongresses der RSDAP (Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei).


Das Museum des Klassizismus (Das Haus Wankowitschs)

Fast im Zentrum des modernen Minsks blieb ein bescheidenes Einzelhaus erhalten. Die Experten halten es für die Architekturperle aus dem frühen 19. Jahrhundert. Wie mehrmalige Forschungen bestätigen, ist dieses Haus streng nach Kanonen des Klassizismus, nach dem “goldenen Schnitt“ gebaut. Die Minsker bemerken es manchmal überhaupt nicht unter modernen Steinhäusern. Aber wenn man vor die blauen Fassade mit schneeweißen Kolonnen gelangt, erstaunt man über Harmonie und Würdigkeit dieses Gebäudes.

Das Haus wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut und gehörte dem Bruder des Malers Walentin Wankowitsch, der weit außerhalb Belarus bekannt war. Das Talent von W. Wankowitsch lenkte auf sich in seinen jungen Jahren Aufmerksamkeit, als er im Jesuitenkollegium Polotsk und an der Universität Wilnja studierte. Weil er der beste Schüler war, wurde er zum weiteren Studium an die Imperatorische Akademie für Malerei Petersbourg zugewiesen. Er fand dort Anerkennung, seine Werke wurden mit goldenen und silbernen Medaillen der Akademie ausgezeichnet. Wegen Geldmangels konnte der Maler sein Studium im Ausland, wie es zurzeit angebracht war, nicht fortsetzen und kam nach Minsk zurück. Hier wurde er durch Porträts der Zeitgenossen berühmt. Das bekannteste von denen war das Porträt des Dichters Adam Mitskewitsch.

Im Haus Wankowitschs ist der Alltag aus dem frühen 19. Jahrhunderts, die Einrichtung des typischen Landgutes mit Arbeits- und Gastzimmern, Porträtsgalerien wiederhergestellt. Das Hausmuseum ist eine Außenstelle des Nationalen Kunstmuseums. Zurzeit wurde nur das Haupthaus des Landgutes gebaut. Die Restauratoren planen, zwei Flügel und den Zaun um das ganze Gelände des Landgutes wiederaufzubauen.

Walentin Wankowitsch lebte nicht lange. Er starb mit 42 Jahren in Paris, als er bei seinem Freund A. Mitskewitsch zu Besuch war. Der Maler hinterließ eine sehr große Galerie von wunderschönen romantischen Porträts. Erst ein kleiner Teil davon blieb in Museen und privaten Sammlungen in England, Frankreich, Italien, Polen, Litauen, Russland erhalten. Im Heimatland gibt es keines.


Das Museum des Kommunismus (Das Haus des ersten Kongresses der RSDAP)

Am 14. März 1898 fand im Haus des Eisenbahnarbeiters Pjotr Rumjantsew, das am Ufer des Flusses Swislotsch unweit der wichtigsten Stadtstraße Saharjewskaja (heute Prospekt Nesawisimosti) lag, die Versammlung statt, die lange Jahre als bahnbrechendes Ereignis für das Sechstel der Erde und sogar für die ganze Weltgemeinschaft galt. Hier wurde die Gründung der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, im weiteren KPSS, verkündet. Die Partei hat das Schicksal der Menschheit grundlegend geändert.

Übrigens haben die Bolschewiken selbst den ersten Kongreß ihrer Partei lange nicht anerkannt. Es liegt daran, dass dieser Kongreß ohne jungen Führer Uljanow, der im Exil war, stattfand. Es wurden vorwiegend Sozialdemokrakten, die westliche Ansichten vertraten, versammelt. Später wurde angekündigt, dass der Kongreß bloß symbolische Bedeutung gehabt habe. Auf diese Veranstaltung geht die Nummerierung der Kongresse zurück und dabei hat man den Namen der Partei verkündet. Weder Satzung noch Programm der neuen kommunistischen Partei wurden daran verabschiedet. Ihre Ziele wurden auch nicht definiert. Der Kongreß fand in ruhiger, konspirativer Atmosphäre, vor der Nase der Polizei, unter dem Deckmantel des Namenstages von Olga Mihailowna Rumjantsewa statt.

Nichtsdestoweniger wurde das Haus zum 25. Jahrestag des Kongresses in ein Museum umgebaut. Diesen Status bewahrt es auch jetzt. Während der Kriegszeit wurde das Haus vollständig zerstört, wurde aber gleich nach Befreiung wiederaufgebaut. Nun kann seine Exposition nicht nur für Geschichte der kommunistischen Bewegung sondern auch als Museum des Alltags des späten 19. -des frühen 20. Jahrhunderts interessant sein.


Sprachen

Englische Version
Russische Version

Werbung


- comercial -


Nützliche Links