Minsk - Pistschalowski-Schloß

Pistschalowski-Schloß in Minsk

Schloß-Gefängnis-Hotel


Vor kurzem habe bei den Minskern ein großes Aufsehen die Nachricht davon erregt, dass die bekannte Stadtuntersuchungshaft angeblich in ein Hotel umgewandelt werden soll. Dieses Hotel wäre für Touristen bestimmt, auf die das düstere Kolorit des Kerkers anziehend wirkt. Es ist über Gespräche nicht hinausgekommen, obwohl ein Gefängnis im Zentrum der Stadt nicht am Platze ist. Aber es kommt auch darauf an, dass sich die Untersuchungshaft in einem geschichtlichen, einmaligen Gebäude befindet. Die Experten nennen dieses Gebäude nicht mehr und nicht weniger Pistschalowski-Schloß!

Es liegt daran, dass das Gefängnis 1825 nach dem Projekt des Architektoren Pistschala gebaut wurde. Er folgte der typischen Konstruktion des belarussischen gotischen Schlosses. Es ist das zweistöckige, nach dem Plan rechtekige Gebäude mit vier runden Turmen, je einer in jeder Ecke. Jeder Turm ist mit rechtekigen Zähnen über das viefstufige Gesims ausgestattet. Das Schloß ist mit der hohen Steinwand mit Strebepfeilern umgeben, wie es sich gehört. In der Wand gab es keine Zähne bzw. weitere Aufbauten. Das Schloß war, man kann sagen, kein richtiges Schloß. Es sollte nicht als Festung, sondern als Gefängnis dienen. Die Wände sollten nur Fluchten verhindern.

In diesem Kerker saßen viele prominente belarussische Persönlichkeiten: Dichter Karus Kaganets, Ales Garun, Jakub Kolas, Dramatiker Wintsent Dunin-Martinkewitsch. Hier wurde der Revolutionär Pulichow hingerichtet, der ein Attentat auf den Gouverneur von Minsk Kurlow verübt hatte. Der letztere erteilte im Oktober 1905 den Befehl, auf das Meeting der Arbeiter Feuer zu eröffnen.

Derzeit wie vor 180 Jahren wird das Pistschalowski-Schloß fachgerecht als Untersuchungshaft verwendet. Seit mehreren Jahrzehnten gelingt es niemand, aus diesem Gefängnis zu fliehen. Das Schloß ist also ein zuverlässiges Gebäude. Die Architektur des Schlosses zu besichtigen kann man nur im Herbst. In anderen Jahreszeiten verlieren sich weiße Turme in Bäumen, von denen es genug um das Gebäude gibt. Man muss auch vorsichtig besichtigen, es ist doch ein Gefängnis. Nur Gott weiß, ob das Pistschalowski-Schloß irgendwann zum eigenartigen Touristenhotel wird. Es ist für die Justizverwaltung in seiner heutigen Funktion erforderlich.


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