Minsk - Rahthaus in Minsk

Rathaus in Minsk

Zeichen des Magdeburger Rechts


Bereits im Jahre 1499 erhielt Minsk das so genannte Magdeburger Recht, die Befugnisse einer unabhängigen Stadt, deren Einwohner von Feudalgebühren und-verpflichtungen befreit wurden. Sie befreiten sich auch von richterlicher und ausführender Gewalt der Wojwodas und weiterer Staatsbeamten. Minsk erhielt das Recht auf seine eigene Verwaltungsbehörde, den Magistrat. Der Magistrat übte administrative, ausführende und richterliche Gewalt aus. Der Magistrat führte seine Tagungen im Rathaus durch. Das Rathaus war also ein Symbol für Unabhängigkeit der Stadt. Als man mit weißrussischer Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert Schluss machte, wurde das Gebäude des Rathauses abgerissen. Nebenbei gesagt, wurde der Beschluss über den Abriss des Rathauses von Minsk vom russischen Zaren Nikolaj I. eigenhändig unterzeichnet. Das Rathaus wurde aus dem Grund zerstört, dass es die Stadteinwohner an Bräuche der früheren Zeit, an alte Traditionen der Selbstverwaltung erinnerte.

Das Gebäude wurde erst 2004 wiederaufgebaut, aber der Wiederaufbau erfolgte im Rekordtempo: Im September 2002 legten die Vertreter der Stadtbehörden den symbolischen ersten Stein, und schon Anfang 2004 glänzte die Kupferkuppel des Minsker Rathauses in der Sonne.

Das erste Gebäude des Rathauses wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahhunderts auf dem Gelände des Oberen Marktes auf dem Sobornaja-Platz (heute: Platz der Freiheit) gebaut. Im späten 18. Jahrhundert wurde das Gebäude mit Zügen des Klassizismus nach dem Projekt des Provinzarchitektors Kramer ausgestattet. Der Autor des Projekts erhielt vollständig die Konstruktionsgrundlage des alten Gebäudes aufrecht, er fügte dem bloß Portale mit Balkonen hinzu. Gerade in dieser Gestalt wurde das gegenwärtige Rathaus wiederaufgebaut. Die Kuppel in komplizierter Form schmückt es, an der Fassade sind die Uhr und die Glocke. In der früheren Zeit bewahrte man darin Messeinheiten für Gewicht und Volumen auf, die in der Stadt gebraucht werden. Das Rathausgericht führte hier seine Verhandlungen durch. Im Jahre 1785 übernahm die Stadtduma die meisten Funktionen des Magistrats. Das Magdeburger Recht wurde 1795 aufgehoben. In der ersten Hälte des 19. Jahrhunderts beherbergte das Rathaus das Gericht, die Arrestanstalt, die Polizei, das Archiv, die musikalische Schule und sogar das Theater.

Die innere Einrichtung des wiederaufgebauten Architekturdenkmals wurde nicht kopiert, man erhielt ihre wichtigsten Teile aufrecht. Im ersten Stock, wo sich der Magistrat früher befand, ist der Rathausssal für Beratungen und Empfang von Ehrengästen. Das Erdgeschoss bietet den Raum für das Museum von Minsk: Ausstellungssäle und die Exposition, die über Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Stadt Informationen zur Verfügung stellen. Im großen Expositionssaal unter der Glaskuppel wird man das Maket des historischen Zentrums von Minsk aus dem frühen 19. Jahrhundert aufstellen. Im Keller des Rathauses sind die ursprünglichen Teile des Steinpflasters und des Ziegelmauerwerks ausgestellt. All diese Gegenstände wurden bei Ausgrabungen des geschichtlichen Teils der Stadt gefunden.

Zurzeit wird der Park, der das Rathaus angrenzt, rekonstruirt. Hier wurden Alleen mit Pyramidenpappeln gepflanzt, wie es vor hundert Jahren der Fall war. Es wurden Fußgängerwege angelegt, wurden Laternen aus Gusseisen und Bänke im Retro-Stil aufgestellt. Im Park werden Denkmäler zu Ehren der prominenten weissrussischen Persönlichkeiten errichtet: des Malers Walentin Wankowitsch, des Schriftstellers Dunin-Martsinkewitsch, des Komponisten Stanislaw Monjuschko.


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